Flexibilität als Wettbewerbsvorteil: Was Unternehmen von BMW lernen können - #202

Shownotes

In vielen Unternehmen wird Erfolg noch immer vor allem absolut bewertet: über mehr Absatz, mehr Umsatz und mehr Wachstum. In einem Umfeld aus Zöllen, geopolitischen Spannungen, technologischen Umbrüchen und zunehmendem Wettbewerbsdruck reicht diese Perspektive jedoch nicht mehr aus. Entscheidend wird, ob ein Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig bleibt.

In dieser Folge von Lessons to Grow nutzt Armin Rau das Beispiel BMW, um zu zeigen, warum Anpassungsfähigkeit heute zu einem entscheidenden Faktor guter Unternehmensführung wird. BMW dient dabei als Beispiel, um zu verstehen, was ein flexibles Geschäftsmodell unter anspruchsvollen Bedingungen tatsächlich bedeutet.

BMW steht wie viele Unternehmen unter Druck. Elektromobilität, China, Zölle, neue Wettbewerber, hohe Transformationskosten und Druck auf die Margen prägen das Umfeld. Gerade deshalb wird sichtbar, dass Erfolg heute stärker relativ bewertet werden muss. Die Frage lautet nicht nur, ob Zahlen schwächer werden, sondern ob ein Unternehmen stabiler, profitabler und anpassungsfähiger bleibt als seine Wettbewerber.

Um diese Anpassungsfähigkeit greifbar zu machen, lohnt sich der Blick auf die Wertkette von Porter. Sie hilft dabei, Stärken auszubauen, Schwächen einzudämmen, Chancen zu nutzen und Risiken frühzeitig zu behandeln. Bei BMW können dazu Themen wie Plattformen, Softwarekompetenz, Batteriewertschöpfung, lokale Entwicklung in China, digitale Kundenzugänge, Mobilitätsplattformen oder eine transparentere Supply Chain gehören.

Entscheidend ist, dass solche Hebel frühzeitig erkannt, priorisiert und konsequent aktiviert werden. Genau hier wird Flexibilität zu einer Frage exekutiver Disziplin. Gute Unternehmensführung erkennt Veränderungen im Umfeld, leitet daraus Maßnahmen ab, setzt sie um und überprüft laufend, ob die Organisation noch richtig aufgestellt ist.

Resilienz entsteht nicht erst in der Krise. Sie entsteht davor: durch Analyse, Szenarioplanung, klare Maßnahmenpakete und die Fähigkeit, sich frühzeitig auf veränderte Bedingungen einzustellen. Flexibilität ist deshalb weit mehr als ein organisatorisches Schlagwort. Sie wird zum strategischen Vorteil.

Diese Episode ist besonders relevant für Unternehmer, Geschäftsführer, KMU und Scale-ups, die spüren, dass äußere Entwicklungen ihre Ergebnisse stärker beeinflussen und Anpassungsfähigkeit zu einer zentralen Führungsaufgabe wird.

Du erfährst in dieser Folge unter anderem:

warum Erfolg heute stärker relativ bewertet werden muss weshalb Anpassungsfähigkeit zu einem strategischen Vorteil wird wie Zölle, China, Technologieumbrüche und Wettbewerb den Druck auf Unternehmen erhöhen warum Porters Wertkette hilft, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken sauber einzuordnen weshalb exekutive Disziplin entscheidend für wirksame Maßnahmen ist warum Resilienz vor der Krise entsteht und nicht erst in ihr

Wenn Du verstehen willst, wie Unternehmen auch in instabilen Märkten leistungsfähig bleiben und warum Anpassungsfähigkeit heute zu einer zentralen Führungsaufgabe wird, dann lohnt sich diese Folge besonders.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Vor ein paar Wochen lasse ich einen Bericht über die jüngsten Quartalszahlen von BMW und den zu dem Zeitpunkt bevorstehenden Abschied von Oliver Zypsen.

00:00:13: dem Vorstandsvorsitzenden.

00:00:14: Die Zahlen waren schwächer als im Vorjahr, Zölle belasteten das Geschäft der Wettbewerb in China-Platat die Transformation zur Elektromobilität kostet Millionen und trotzdem fiel etwas auf nämlich die Sprache.

00:00:30: Und warum das so wichtig ist?

00:00:32: Wie BMW erfolgreich ist, das erläuter ich direkt nach dem Intro.

00:00:45: BMW und seine relativ guten Ergebnisse in diesen anspruchsvollen Zeiten sind erklärbar.

00:00:53: Es gibt natürlich Probleme, der schleppende Wechsel zur Elektromobilität beispielsweise die abnehmende Beliebtheit des Autos bei der jungen Generation schwacher Absatz im chinesischen Markt gekoppelt mit immer stärker werdender asiatischer Konkurrenz aber BMW behält die Ruhe und liefert weiter ansprechende Ergebnisse ab.

00:01:18: Warum ist das so?

00:01:20: Der mittlerweile ehemalige Vorstandsvorsitzende Zipser sprach von einem flexiblen Geschäftsmodell, davon richtig aufgestellt zu sein um auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich zu bleiben.

00:01:35: Das klingt zunächst wie eine typische Managementformulierung Ist es aber nicht, denn darin steckt ein grundlegender Unterschied, der gerade in vielen Unternehmen sichtbar wird und die Resultate zeigen das ja, dass es nicht nur gerede ist.

00:01:54: In vielen Unternehmen wird Erfolg häufig noch absolut bewertet – mehr Absatz-, umsatz-, Wachstum.

00:01:59: Sobald die Zahlen sinken entsteht Unruhe.

00:02:03: Programme werden verschärft, Ziele angepasst, Kosten gesenkt.

00:02:07: BMW beschreibt Erfolg Anders nicht über perfekte Rahmenbedingungen, sondern über die Fähigkeit unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig zu bleiben.

00:02:19: Und zwar stärker als der Wettbewerb – relativ gesehen eben und nicht absolut!

00:02:24: Und genauer darin liegt der entscheidende Punkt.

00:02:26: Die entscheidend Frage lautet heute nicht mehr ob ein Unternehmen oder Druckgerät das ist sowieso so weil das umfällt sich permanent verändert.

00:02:36: Zölle, geopolitische Spannungen, schwankende Nachfrage, technologische Umbrüche und zunehmender Wettbewerbsdruck gehören längst zur neuen Realität.

00:02:49: Entscheidend ist wie ein Unternehmen damit umgeht?

00:02:53: Ob es flexible genug ist Marktverschiebungen auszugleichen ob es seine Profitabilität stabilisieren kann?

00:03:01: Ob Führung schnell genug reagiert bevor Probleme strukturell und nachhaltig werden.

00:03:08: Daran zeigt sich die Qualität der Unternehmensführung – nicht im Aufschwung, sondern unter Druck!

00:03:14: Aber wie schafft man also diese Flexibilität?

00:03:19: Dazu kann es hilfreich sein, sich mal die gute alte Wertkette von Porter anzuschauen und sich zu überlegen, wie man Stärken ausbauen und Schwächen in der Organisation in dieser Wertkarte eindämmen kann….

00:03:33: Klassische Stärken bei BMW, bei einer Kampagne wie BMW sind zum Beispiel Skaleffekte im Konzern verbunden oder die sehr hohen F&E also Forschungs- und Entwicklungsbudgets.

00:03:46: Ich will hier mal ein paar Beispiele nennen für Maßnahmen zum Ausbau dieser Stärke, wie man das eben entsprechend weiter unterstützen kann.

00:03:57: Da wäre zum Beispiel eine radikale Plattformkonsolidierung auf SSP oder eine Zentralisierung strategischer Funktionen, Einkauf, Software, Batterie und weitere Kerntechnologien.

00:04:18: Die Reduktion von Komplexität im Modellportfolio kann so eine Maßnahme sein – eine klare Fokussierung auf Softwarekompetenz insbesondere dadurch, dass man Top-Talente einkauft, Beteiligung an Techfirmen umsetzt und Partnerschaften eingeht.

00:04:36: Eine weitere spannende Sache ist wenn man sich darüber Gedanken macht ob man die Batterie Wertschöpfung vielleicht vertikal integrieren will ja und entsprechend hier skaliert und sich auch entsprechende Rohstoffe sichert.

00:04:51: Außerdem eine schnellerer Industrialisierung von Innovation wäre spannend um Time-to-Marke zu verkürzen, Entscheidungsprozesse zu verstanden, Pilotwerke auch zunutzen.

00:05:03: Aber auch klassische Schwächen die bei Automobilherstellern wie BMW vorhanden sind zum Beispiel hohe Fixkosten in Deutschland und die Schwäche im China Markt können Chancen wiederum bieten um Maßnahmen einzuleiten mit denen man diese Schwächen ausmerzen kann.

00:05:20: Zum Beispiel kann man das Produktionsnetzwerk neu strukturieren den Automatisierungsgrad gezielt erhöhen, auch durch den Einsatz von KI.

00:05:29: Eine tarifliche Flexibilisierung verhandeln und produktivitätsorientierte Vergütungsmodelle mit den Arbeitnehmervertretern verhandlen und einsetzen.

00:05:41: Man kann die lokale Entwicklung stärken zum Beispiel chinespezifische Modelle mit lokaler Software in den Markt bringen.

00:05:51: Technologiepartnerschaften sind eine Maßnahme, auch mit chinesischen Playern wieder um hier die Schwäche auszumerzen oder die Preisstruktur und die Kostenbasis in China zu optimieren.

00:06:06: Ähnlich verhält es sich mit Chancen, die genutzt werden können für solche Firmen.

00:06:10: Und wie BMW das sicherlich schon macht?

00:06:12: Weil deswegen sind die Resultate da!

00:06:15: Die Ideen ,die ich hier liefere oder die mir durch den Kopf gehen, sie sind fast eher Erklärungen weil BMW das wahrscheinlich sowieso fast schon alles macht.

00:06:24: Aber dass ist eigentlich mit dem flexiblen Geschäftsmodell gemeint Mit der Anpassungsfähigkeit und den Maßnahmen die schon eingeleitet sind bevor es eben zur großen Krise kommt.

00:06:37: Und um entsprechend hier Chancen zu nutzen, kann man die da sind wie zum Beispiel die Skalierung wiederkehrender Software erlöse oder die Einführung neuer Abo- und Plattformmodelle – das sind der richtige Chancsen!

00:06:53: Auch hier können wieder Maßnahmen angeschaut werden, die sich anbieten in diesem Zusammenhang zum Beispiel eine klare Monetarisierungsstrategie zu definieren.

00:07:07: Funktionsfreischaltungen, Abo-Modelle, Performance Upgrades über die Software beispielsweise oder über die Abo Modelle einzuführen.

00:07:17: Eine einheitliche Software Architektur durchzusetzen – eine konzernweite Standardisierung statt Markeninsellösung.

00:07:24: Digitale Direktkundenstellen stärken Eine eigene Datenplattform statt eine Händlerabhängigkeit zu, also eine eigene Datenplatform zu installieren um die Händlerappänglichkeit zu reduzieren oder zu eliminieren.

00:07:40: Eine weitere Maßnahme kann sein eine eigene Mobilitätsplattform aufzubauen mit einer Integration von Carsharing Leasing und Abo oder auch datenbasiertes Serviceangebote zu entwickeln.

00:07:51: Predictive Maintenance beispielsweise sehr spannend wenn man sich hier zum Beispiel über IOT-Lösungen ständig die Daten vom Fahrzeug holen kann und dadurch natürlich auch über die Datenpersonalisierter Services anzubieten.

00:08:07: Partnerschaften mit Städten und Infrastrukturbetreibern können Maßnahmen sein, um die Chancen zu nutzen oder die Positionierung als Integrat der Mobilitätsanbieter statt Fahrzeugproduzent.

00:08:24: Risiken hingegen, also Risiken eben nicht die Chancen wie zum Beispiel die Marschenerosion im Volumensegment bei BMW ist das z.B.

00:08:36: die Einserreihe oder die zersplitterte Wertschöpfung müssen eben so behandelt und eingedämmt werden diese Risiken reduziert werden.

00:08:46: hier bieten sich weitere Maßnahmen an, über die man nachdenken kann.

00:08:50: Über die wie ich auch gerade gesagt habe BMW wahrscheinlich ständig nachdenkt und die auch umsetzt wie zum Beispiel die Schaffung radikaler Kostentransparenzen zero based costing weltweit konzernweit einzuführen eine klare Markenpositionierung zu haben im Sinne von Volumen, Premium und Luxus.

00:09:12: Und das auch sauber zu trennen macht BMW natürlich schon längst kann man sicherlich aber trotzdem weiter schärfen zum Beispiel regionale Kostensstrukturen anzupassen die Produktion nahe am Absatzmarkt zu haben.

00:09:25: Regionale Wertschöpfungsklaster zu bilden Europa USA China und das dann eigenständiger aufzustellen.

00:09:33: Auch in der Supply Chain ist es wichtig zum Beispiel Transparenz zu schaffen, zu digitalisieren.

00:09:42: Zum Beispiel die Echtzeitsteuerung über echte Zethemen auch IoT beispielsweise zu implementieren.

00:09:52: Auch politische Risikostinarien können institutionalisiert werden durch geopolitisches Steering Geopolitische Steering Committees die etabliert werden.

00:10:04: Also es gibt jede Menge Maßnahmen und wie gesagt Ziel dieser Sendung ist jetzt nicht Maßnahmen hier, ich bin ja im Prinzip in der Industrie auch Laie Maßnahmen jetzt hier BMW vorzuschlagen das werden sie schon selber sehr gut wissen was die da machen.

00:10:20: insbesondere wie ich gerade gesagt habe Die relativ guten Ergebnisse zeigen Ja dass Sie genau dort überall tätig sind, mit diesen Maßnahmen hier vielleicht auch mit anderen oder erweiterten oder was auch immer.

00:10:33: Aber sie sind auf jeden Fall sehr stark sich flexibel an das Umfeld anzupassen die sich bieten den Chancen zu nutzen, auch vorauszuschauen Risiken abzufedern, die eigenen Stärken auszubauen und schwächen auch wiederum abzufedern.

00:10:48: Und das ist hier eigentlich die Thematik, auf die es ankommt.

00:10:53: Viele Unternehmen werden eben auch derzeit von äußeren Entwicklungen getrieben und Ergebnisse wie bei BMW entstehen einfach dadurch dass sie es schaffen trotz derselben Bedingungen stabiler zu bleiben als ihre Wettbewerber und damit auch bessere Resultate zu erzielen.

00:11:14: Das hat selten mit Glück zu tun!

00:11:16: eher damit, dass die erwähnten Maßnahmen in diesen Unternehmen konsequent umgesetzt werden.

00:11:22: Und da sind wir wieder bei einem Führungsthema der ja exekutiven Disziplin.

00:11:30: und diese ist meist das führt meist oder sage ich mal diese exekutive Disziplin spiegelt die Anpassungsfähigkeit wider.

00:11:44: Erfolge, diese sind das Ergebnis dieser Anpärzungsfähigkeit.

00:11:50: Die Maßnahmen übrigens auch und sie sind auch das Ergebnis operativerer Steuerung.

00:11:58: die Maßnahmen spiegeln ja die operative Steuerung weiter und die Fähigkeit sich frühzeitig auf verändernde Bedingungen einzustellen.

00:12:05: Resilienz entsteht nicht in der Krise Sie entsteht davor basierend auf ausführliche Analyse und der Planung verschiedener Szenarien mit den entsprechenden Maßnahmenpaketen.

00:12:18: Genau deshalb ist Flexibilität heute weit mehr, also das berühmte flexible Geschäftsmodell von dem auch ZIPSE gesprochen hat – es ist weit mehr als ein organisatorisches Thema!

00:12:28: Das wird zum strategischen Vorteil.

00:12:30: Unternehmen gewinnen nicht durch stabile Märkte.

00:12:35: Sie gewinnen durch ihre Fähigkeit mit instabilen Märkten Umzugehen.

00:12:39: Und wenn in dieser Situation die Herausforderungen größer werden, als man es sich im Moment vorstellen kann

00:12:48: bzw.,

00:12:49: als man das auch im Moment handeln kann, da werde ich regelmäßig hinzugezogen – in KMU und auf Scaleups!

00:12:57: Du erreichst mich direkt unter info at lessons to grow.de.

00:13:03: In diesem Sinne danke fürs Zuhören bis zum nächsten Mal.

00:13:06: it's all about growth Das war's.

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