Vertrieb: 5 Dinge, die Du Du sollst, wenn es stockt
Shownotes
Vertrieb in der Krise: 5 Schritte, um wieder Umsatz zu machen
Dein Vertrieb stockt, der Forecast liegt unter Plan und die Umsätze bleiben hinter den Erwartungen zurück? Dann ist es höchste Zeit, genauer hinzuschauen. Denn häufig fehlt es weder an Marktpotenzial noch an guten Produkten. Die eigentlichen Ursachen liegen oft im eigenen Vertriebsprozess.
In dieser Folge von Lessons To Grow zeige ich Dir fünf konkrete Schritte, mit denen Du Deinen Vertrieb wieder auf Kurs bringst. Dabei geht es vor allem um die richtige Reihenfolge. Denn wer in einer solchen Situation einfach mehr Akquise fordert oder zusätzliche Aktivitäten startet, ohne die Ursachen zu kennen, verliert häufig wertvolle Zeit.
Aus meiner Erfahrung aus 30 Jahren im internationalen Topmanagement, als Unternehmer und in der Restrukturierung von Unternehmen weiß ich, wie wichtig es ist, zunächst die Fakten auf den Tisch zu bringen. Welche Vertriebsaktivitäten finden tatsächlich statt? Welche Umsatzpotenziale liegen bei bestehenden Kunden? Warum werden offene Angebote nicht entschieden? Und welche Verkaufschancen verdienen überhaupt noch einen Platz in Deiner Pipeline?
Du erfährst, wie Du Deinen Vertrieb systematisch analysierst, ungenutzte Potenziale erkennst und die Maßnahmen identifizierst, die kurzfristig den größten Unterschied machen können.
In dieser Folge erfährst Du unter anderem:
Wie Du Fakten von Ausreden trennst und Deine Vertriebskennzahlen richtig einordnest.
Weshalb Du tatsächliche Vertriebsaktivitäten überprüfen solltest.
Wie Du zusätzliche Umsätze bei Deinen Bestandskunden erschließen kannst.
Wie Du offene Angebote zur Entscheidung führst, statt ihnen endlos hinterherzulaufen.
Warum Du Dich auf einen wirksamen Hebel konzentrieren solltest, anstatt alles gleichzeitig verändern zu wollen.
Die fünf Schritte im Überblick:
00:00 Vertrieb stockt: Was Du jetzt tun kannst 00:56 Schritt 1: Fakten von Ausreden trennen 02:58 Schritt 2: Tatsächliche Vertriebsaktivität prüfen 04:47 Schritt 3: Umsatz mit Bestandskunden steigern 06:25 Schritt 4: Offene Angebote zur Entscheidung führen 08:01 Schritt 5: Einen Hebel konsequent durchziehen
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Transkript anzeigen
Vertrieb stockt: Was du jetzt tun kannst
Es ist Mitte des Quartals. Du schaust
auf den Vorcast und die Zahl ist zu
Mitte. Du fragst im Vertrieb nach und du
kennst die Antwort schon bevor sie
kommt. Der Markt sei gerade schwierig.
Die Kunden würden langsamer entscheiden.
Das gehe allen so. Vielleicht schimmt
das [musik] sogar. Nur ändern kannst du
es nicht. Ich bin Armin Elraau und ich
habe 30 Jahre im internationalen
Topmanagement und als Unternehmer
gearbeitet. Viel davon im Vertrieb und
in Sanierungen, in denen der Umsatz
zurückkommen musste [musik] und zwar
schnell. Deshalb zeige ich dir fünf
Dinge, die du tust, [musik] wenn der
Vertrieb stockt und zwar in dieser
Reihenfolge. Das fünfte ist übrigens
das, womit die meisten anfangen und
genau deshalb verlieren sie ein halbes
Jahr. Kommen wir zum ersten Punkt. Trenn
Schritt 1: Fakten von Ausreden trennen
die Erzählung von den Zahlen. Wenn der
Vertrieb stockt, gibt es im Unternehmen
immer zwei Versionen der Lage. Die eine
ist eine Erzählung, die andere steht in
den Zahlen und die beiden haben oft
wenig miteinander zu tun. Eine Erzählung
ist z.B. der Markt ist schwierig, die
Preise sind kaputt, der Wettbewerb kauft
uns raus. Zahl hingegen ist, wie viele
Erstgespräche hatten wir im letzten
Monat? Wie viele Angebote sind
rausgegangen? Wie viele davon sind
entschieden worden? Warum das so wichtig
ist? An der Erzählung kannst du nichts
ändern. An jeder einzelnen dieser Zahlen
schon. Und noch wichtiger, erst wenn du
eine Zeit lang auf Basis der Zahlen die
Lage analysierst, kannst du entscheiden,
wo du ansetzen musst. Die Erzählung mag
stimmen. Sie dient allerdings nur zur
Ausrede. Trotzdem glauben die Leute
diese Erzählung wirklich. Genau deshalb
hält sie sich dann auch so lange
aufrecht. Ohne Zahlen ist es fast immer
so, dass man viel zu lange glaubt, das
Geschäft komme schon wieder zurück.
Rückblickend merkt man, dass das eher
Hoffnung war als Strategie. Nur wenn es
nicht läuft, nicht nach Schuldigen
suchen. Sobald es persönlich wird,
bekommst du ab dem nächsten Meeting nur
noch geschönte Zahlen. Und wenn du beim
Zuhören gerade gemerkt hast, dass du
auch viel hoffst, dass bei euch seit
Monaten die Erzählung, die Diskussion
bestimmt und nicht die Zahlen sie
bestimmen, dann hol dir meinen
kostenlosen Report. Da stehen die sieben
Denkfehler drin. Die Unternehmer und
Führungskräfte in genau dieser Lage
immer wieder machen. Der Link dazu ist
in der Beschreibung zu dieser Sendung.
Und wenn du dann auf die Zahlen schaust,
siehst du sehr schnell, dass du einen
Schritt weitergehen musst, nämlich zu
Punkt 2. Überprüfe, wie viel Vertrieb
Schritt 2: Tatsächliche Vertriebsaktivität prüfen
wirklich stattgefunden hat. Punkt 1
bedeutet im Wesentlichen: bevor du an
der Qualität arbeitest, prüf die Menge,
prüf die Quantität. In fast jeder
Stockenden Vertriebsorganisation ist
schlicht weniger passiert, als alle
glauben. Wie vorher erwähnt, musst du
konkret machen, was genau du zählst.
Wenn du dann die Reports siehst, ist
wichtig zu wissen, dass die Schätzung
immer zu hoch ist. Dein Vertrieb denkt
zwar den ganzen Tag an diese Themen,
verwechselt aber nicht selten
Beschäftigung mit tatsächlicher
Effektivität. Vorbereitung, Angebote
schreiben und interne Abstimmung fühlen
sich an wie Vertrieb, erzeugen aber kein
einziges Gespräch. Wenn die Aktivität um
30% gefallen ist, brauchst du über den
Markt und über die Inhalte, über dein
Angebot, deine Value Proposition,
brauchst du gar nicht mehr zu reden. Bei
den Transformationen von Vertriebs und
Serviceorganisationen, die ich gemanaged
habe, sah es immer so aus am Anfang,
wenn ich das übernommen habe, dass es am
Anfang eben keine Transparenz zu den
Zahlen gab. Keine Fakten, kein Forecast,
kein Gap, keine Pipeline, keine
geplanten Aktionen. Nach der Einführung
dieser simplen vier Parameter als
Steuerungselemente
verbesserte sich die Situation sehr
schnell. Zieh das bitte nicht als
Kontrolle auf, das ist wichtig. Es geht
um die gemeinsame Frage, wo die Arbeit
hingeht, nicht darum, wer hier zu wenig
telefoniert. Die wichtigste Frage, wenn
der Vertrieb stockt, nachdem die ersten
beiden Punkte klar sind, ist wie wir am
schnellsten zu Umsatz kommen. Punkt 3
beantwortet sie und fast alle behandeln
diesen Punkt zuletzt oder vergessen ihn
Schritt 3: Umsatz mit Bestandskunden steigern
ganz. Geh zuerst an deine
Bestandskunden. Wenn der Umsatz fehlt,
schauen alle nach draußen. Wo kriegen
wir neue Kunden her? Der schnellste
Umsatz liegt aber bei den Kunden, die
dich schon kennen und dir schon
vertrauen. Frag dich, welche Kunden
kaufen nur einen Teil dessen, was ihr
anbietet? Wer hat vor zwei Jahren
zuletzt gekauft und wurde nie wieder
angesprochen? Wo läuft ein Vertrag aus,
ohne dass jemand darüber redet? Wo
können wir die Preise anpassen? Es muss
nicht sofort der Aufbau einer
professionellen Account Management
Struktur sein. Mit ein paar einfachen
Aktionen ist aus meiner Erfahrung schon
eine Steigerung des Share of Wallet,
also des Anteils am Budget deines Kunden
im Bestand um mehr als 10 % im ersten
Jahr möglich. Denn ein bestehender Kunde
muss dir nicht mehr glauben, dass du
lieferst. Er hat es schon erlebt. Warum
wird es dennoch selten gemacht? Der
Hauptgrund ist, dass es sich weniger
nach Erfolg anfühlt, als einen Neukunden
zu gewinnen. Aber dieser Erfolg ist
basierend auf Studien von Rosenberg und
Chippiel fünf mal so schwer zu erreichen
wie der mit dem Bestand. Ziehe es aber
nicht als Rabattaktion auf, weil du
jetzt unbedingt was brauchst. Auch nicht
im Bestand. Wer im stockenden Quartal
über den Preis reingeht, der bekommt den
Preis in den nächsten Jahren nicht mehr
hoch, ob Bestand oder Neukunde. Und dann
ist da noch die Liste, auf die im Moment
keiner gerne schaut. Bring deine offenen
Schritt 4: Offene Angebote zur Entscheidung führen
Angebote zur Entscheidung. Bereich
Nummer 4. In jeder stockenden Pipeline
liegen Angebote, die seit Wochen weder
gewonnen noch verloren sind. Sie stehen
im Vorkast. Sie erzeugen Hoffnung und
sie blockieren die Zeit deiner Leute und
nicht zuletzt deine. Das muss gelöst
werden. Ein Jah ist gut, ein Nein ist
auch gut. Nur das vielleicht kostet dich
Geld, weil daran weitergearbeitet
wird. Daher empfehle ich folgendes.
Jedes offene Angebot bekommt einen
Anruf, keine Mail. Und in diesem
Gespräch geht es nicht ums Nachfassen,
sondern um eine Entscheidung. Sei
einfach direkt. Wollen wir das jetzt
zusammen machen? Lautet hier die Frage.
Woran hängt es noch? Mit wem muss ich
jetzt noch sprechen? Wer hat noch was
dagegen? Und eine Sache ist hier
wichtig, miss deine Durchschnitts
Abschlusszeit, wie lange das dauert,
dein Vertriebszklus. Wenn du dich schon
im Wesentlichen überschritten hast und
dein Gegenüber immer noch keine klare
Antwort liefern kann, schließ die Sache
konsequent ab. Heißt, mach das Ding zu.
Hör auf daran zu arbeiten. Klarheit ist
besser als Nebel. Wenn du das gemacht
hast, nach dieser Runde ist die Zahl des
erwarteten Auftragseingangs kleiner und
zum ersten Mal seit Monaten wieder echt
und mit einer echten Zahl kannst du
arbeiten. Du brauchst auch kein weiteres
Nachfassen ohne Anlass. Die fünfte
freundliche Erinnerungsmail macht dich
klein und bringt keine Entscheidung.
Bleibt Punkt 5 und das ist der bei dem
du dich zusammenreißen musst. Entscheide
Schritt 5: Einen Hebel konsequent durchziehen
dich für einen Hebel und zieh ihn
konsequent durch. Wenn der Vertrieb
stockt, ist der erste Reflex fast immer
etwas Neues anzufangen oder einzuführen.
Ein neues CAM, eine neue Agentur, ein
neuer Vertriebscoach, eine neue
Schulung, ein Tool für Leads. Alles
gleichzeitig, alles halb. Das ist
verführerisch, denn es fühlt sich nach
Handeln, nach Aktivität an und man muss
dabei niemanden etwas Unangenehmes
sagen. Aber nie vergessen, du musst
vermeiden, dass hektische Betriebsamkeit
geistige Windstille ersetzt. Jede diese
Maßnahmen braucht nämlich Monate, bis
sie wirkt. Wenn du drei parallel
startest, weißt du am Ende nicht, was
geholfen hat. kommt noch hinzu und dein
Vertrieb hat ein halbes Jahr lang mit
Einführungen verbracht, statt mit
Kunden. Also lieber folgendes: Ein Hebel
mindestens ein Quartal lang mit einer
Zahl, an der du siehst, ob er wirkt.
Erst danach nimmst du den nächsten
Hebel. Die Firmen, die aus einer
Vertriebsflaute wieder rauskommen,
machen selten etwas Neues. Sie machen
das, was sie ohnehin tun sollten.
Endlich konsequent diese Punkte
verfolgen. Endlich so handeln, wie z.B.
einen Hebel einzusetzen. Erzählung von
Zahlen trennen. Aktivität nachzählen,
nachkontrollieren. Bestandskunden zuerst
offene Angebote zu einer Entscheidung
führen und dann genau einen Hebel
durchziehen. Keiner dieser fünf Punkte
kostet dich Geld. Keiner braucht ein
neues Werkzeug und mit allen fünf kannst
du die nächste Woche anfangen. Wenn
deine Zahlen allerdings nicht nur
stocken, sondern gerade insgesamt
kippen, dann reicht diese Reihenfolge
nicht. Dann zählt jede Woche und du
brauchst andere Entscheidungen und zwar
sofort. Womit du in dieser Lage
anfängst, in welcher Reihenfolge und was
du auf keinen Fall als erstes anfasst,
zeige ich dir in diesem Video hier.
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Aus der Serie
Von Armin L Rau - Lessons To Grow
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